Geschichte

Geschichte

  1. Erwähnung Bühlaus

    Für die erste Annahme spricht daß am Verlauf des uralten Handelsweges schon vor der deutschen Ostbesiedlung Bühlau (Byla, Bela) als sorbischer Weiler bestanden haben muß, denn schon 1121 wird dieser 0rt im Zusammenhang mit der Errichtung der Burg Stolpen vom Sekretär und Geschäftsführer des Prager Bischofs, dem böhmischen Chronisten COSMAS (1040-1125), erwähnt. Obwohl die nach dem Jahre 531 eingewanderten sorbischen Stämme vorrangig das ursprünglich von Semnonen (Hauptvolk der Sweben) und danach von Burgundern und kurzzeitig auch Vandalen besiedelte Land nördlich des Lausitzer Mittelgebirgswaldes in Besitz nahmen, siedelten sie vereinzelt auch an alten Handelswegen in diesem Wald. Für die zweite Möglichkeit, also einer deutschen Besatzung des alten Wasserschlosses in Großharthau, könnte sprechen, daß schon in merowingischer Zeit gelegentlich eine territoriale Abhängigkeit der Sorben vom fränkischen Reich bestanden hat. Schon Dagobert I. (608 – 638) hatte in der Auseinandersetzung mit Samo, dem Beherrscher Böhmens, der seine Herrschaft auch über die sorbischen Stämme ausgedehnt hatte, versucht, hier die fränkische Oberhoheit zu festigen (GROSSERN, Lausitzische Merckwürdigkeiten, 1714).
  2. Ersterwähnung

    Erstmals urkundlich erwähnt wird Harthau 1223 im Protokoll der Unterhändler des Königs der Böhmen und des Bischofs Bruno von Meißen. Wenn einige Historiker (darunter PRASSER und GERCKEN) hier das Jahr 1228 nennen, hängt das mit den unterschiedlichen Deutungen des Schriftbildes der alten Urkunde zusammen. Diese wurde 1241 durch König Wenzel von Böhmen auf dem Königstein bestätigt. 1346 wird Harthau als Kirchdorf erwähnt, wobei aber die erste Kirche, die 1662 wegen Baufälligkeit abgerissen werden mußte, schon aus dem 13. Jahrhundert stammte. Die 1662 neu erbaute Kirche – ihr Turm wurde erst im Jahre 1692 errichtet – brannte

  3. Pfarrstelle unbesetzt

    Uneinigkeit zwischen dem Bischof von Meißen und Herrn von Krahe auf Großharthau war die Ursache, daß 36 Jahre die Pfarrstelle in Großharthau (von 1523 bis 1559) unbesetzt blieb.
    Aber auch schon vor dieser Zeit hat die Gutsherrschaft einen großen Einfluß auf die Entwicklung Großharthaus ausgeübt ja, es wird sogar in einer alten Handschrift des Richters Johann Andreas TEICH berichtet:
    „Was das Rittergut Harthau betrifft: So hat anfangs von uralten Zeiten mehr nicht, als nur ordentlicherweise das Wohnungsrevier und daraufstehendes Herrenhaus, Scheune, Pferde-, Rindvieh- und Schafställe und eine enge Befriedigung um den Hof, eine Wiese zwischen dem Hofe, über welche die Wäsentz fließet … gehöret“.
    Noch ehe das waldhufenförmig gegliederte Dorf von deutschen Siedlern im 12. oder 13. Jahrhundert erbaut wurde, hat mit großer Wahrscheinlichkeit schon dieses Wasserschloß an dem uralten Handelsweg, der sich längs der Wesenitz hinzog (PRASSER) als Befestigungsanlage bestanden.Deshalb ist auch versucht worden, den Namen Harthau vom altsorbischen „Hart“ (Schloß) abzuleiten. Nicht unbedingt widerlegbar ist die Ableitung des Ortsnamens vom germanischen „Harth“ (= Ort im Wald). Ob in diesem alten Wasserschloß einstmals deutsche oder sorbische Ritter gewohnt haben, können wir heute mit Sicherheit nicht mehr sagen.

     

  4. Einführung der Reformation

    Mit der Übergabe dieses Stiftsgebietes efolgte die Enführung der Reformation durch vom Kurfürst eingesetzte Visitatoren. Dies war in Lauterbach mit Bühlau am 5. Januar 1559, am 9. Januar in Seeligstadt, am 10. Januar in Schmiedefeld und am 11.Januar in Großharthau.

  5. Kirchenbrand

    Am 15. August 1793 ereignete sich infolge eines heftigen Gewitters der Kirchenbrand. Der Brand war so verheerend, daß es noch die Wirtschaftsgebäude des Rittergutes, den Gasthof und fünf weitere Häuser vernichtete. Dabei wurde auch die damals 2000 Bände umfassende Bibliothek vernichtet.Diese wurde 1736 der Kirche von der Gräfin Flemming geschenkt und durch den Brand ein Opfer der Flammen. Noch im gleichen Jahr begann man mit dem Wiederaufbau der Kirche, die dann am 23.11.1794 eingeweiht wurde.